5 Startup-Fehler, die Sie besser vermeiden sollten

5 Startup-Fehler, die Sie besser vermeiden sollten

Startups haben keine Zeit und keinen Spielraum für Fehler. Und doch scheitern immer wieder Gründer mit ihren Ideen. Warum? Die Gründe sind vielseitig, hier haben wir für Sie 5 Fehler zusammengestellt, die besonders häufig vorkommen. Zugegeben: Viele dieser Tipps mögen Ihnen wie Basics vorkommen. Doch noch immer scheitern viel zu viele Startups an eben diesen Punkten.

1. Geldprobleme

Ganz zu Beginn der Gründung fehlt es meist noch an allem: einem Büro, Kunden, Kontakte, benötigte Technologien, Reichweite, Bekanntheit, Personal… Kapital. Auch wenn das Geld nur eines der vielen benötigten Punkte für ein Gründungsvorhaben ist, stellt es den Treibstoff für die Startup-Rakete dar. Ohne Geld funktioniert es nicht. 90% aller Startup-Unternehmen schaffen es nicht über die ersten 5 Jahre hinaus. Warum? Entweder ihnen geht das Geld aus (Insolvenz) oder aber, sie werden für kleinere Summen gekauft. Der Pleitegeier ist die häufigste Ursache für gescheiterte Gründungen.

Unternehmen deren Ausgaben höher sind als die Einnahmen können nicht dauerhaft existieren. Das ist eine einfache Rechnung. Es gibt Beispiele, in denen eine rechtzeitige Refinanzierung erfolgt ist, allerdings stellen diese Beispiele die Ausnahme dar. Sie als Gründer müssen zu jeder Zeit wissen, wie viel Geld noch auf den Konten liegt und wann es zu knapp wird.

Unser Tipp: Einnahmen und vor allem Ausgaben detailliert planen. Optimal ist eine Cashflowrechnung für die nächsten 12 Monate im Voraus. Der genaue Überblick der Finanzen ist das A und O – nur so ist gewährleistet, dass rechtzeitig Kosten gekürzt oder neues Kapital besorgt werden kann.

2. Die Zahlen nicht im Blick

Dieser Punkt baut auf dem vorherigen auf: Geld zu haben ist schön und gut, nutzt aber nichts, wenn es suboptimal investiert wird. Kennzahlen heißt das Zauberwort. Messen Sie alles, was messbar ist. Besser noch: Aktionen nur dann starten, wenn sie auch messbar sind. Dies betrifft das Wachstum, Margen, Marketing, Conversions, Leads, Buchungen, Transaktionen, Umsatz, Fixkosten, usw.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus Messungen sind wichtig. Womit verdienen Sie Ihr Geld? Woher kommt der Umsatz? Gibt es Einbrüche, falls ja, woher kommen diese? Keine Spekulationen oder Rätseleien – Sie brauchen Beweise in Form von Zahlen. Liegt das vor, können Sie anfangen zu skalieren.

Unser Tipp: Definieren Sie 3-5 Kennzahlen. Diese lassen Sie sich täglich per E-Mail zukommen. Optimal ist es, wenn Sie eine Reaktionszeit von 14h auf Umschwünge und Veränderungen einhalten können. Messen Sie alles, was messbar ist und gleichen Sie diese Messungen monatlich ab.

3. Zu viele Mitreder

Gründer von Startups sind stets voller Ideen. Der Drang nach Tests und Innovationen ist groß. Zeitgleich gilt es aber auch den häufigen Problemen zu begegnen. Irgendwie gehen ständig die Ressourcen aus, sei es Geld, Personal oder die Zeit.

Startup-Unternehmen gelten deshalb als so erfolgreich, da diese schneller, agiler, fokussierter und flexibler agieren können. Wen also müssen Sie tatsächlich um Erlaubnis oder Zustimmung fragen, wenn Sie expandieren wollen, verkaufen, kaufen, Internationalisieren?

Unter Gründern gibt es eine große Gemeinsamkeit: Die meisten haben Ärger mit ihren Gesellschaftern. Frühe Kapitalgeber von Startups kommen in den meisten Fällen aus dem engsten Netzwerk des Gründers selbst: Wohlhabende Verwandte, ehemalige Chefs oder Kollegen, die aktuelle Freundin/der aktuelle Freund, Bekannte aus Uni-Zeiten, usw. Menschen die Sie kennen und Ihnen vertrauen, geben anfangs gerne Geld für unbewiesene Ideen.

Sind das aber professionelle Investoren? Ihre Verwandten und Bekannten haben meist kein fundiertes Wissen darum, was die beste Strategie für Ihr Unternehmen ist. Zeitgleich haben diese semiprofessionellen Kapitalgeber aber von Ihnen eingeräumte Rechte – und damit Einfluss. Das kostet unnötige Energie und Zeit. Frustration ist der falsche Mitspieler im Startup-Geschäft.

Unser Tipp: Die Gesellschafterliste klein halten. Kapitalgeber auf fundiertes Wissen prüfen. Und vergeben Sie bitte keine GmbH-Anteile an Menschen, nur wegen dem frischen Kapital.

4. Das falsche Team

Sologründer haben es schwer. Die meisten Startups werden durch zwei- oder dreiköpfige Teams gegründet. Ein Partner muss also her, doch den richtigen Mitgründer zu finden ist nicht leicht. Besonders unter dem Gesichtspunkt, dass verschiedene Zyklen eines Unternehmens komplett unterschiedliche Fähigkeiten benötigen. Es muss jemand sein, dem Sie vertrauen, der irgendwie genial ist, fleißig, loyal, intelligent und kein bzw. nur wenig Gehalt fordert.

Unser Tipp: Suche Sie erst Mitgründern (und auch Mitarbeitern), wenn klar ist, dass diese wirklich benötigt sind. Ignorieren Sie getrost den Businessplan, gute Leute kommen nie wie geplant. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter zu Ihnen und zur Vision des Unternehmens passen. Sie als Gründer sind die Kultur der Firma. Mitgründer und Mitarbeiter müssen in erster Linie mit Ihnen auskommen, nicht umgekehrt. Mehr zum Thema Mitgründer finden Sie in diesem Thema von der Kollegin Mirijam Franke.

5. Sie vernachlässigen sich selbst

Zu Beginn sind die meisten Gründer stolz. Zurecht! Doch der Fokus dieses Stolzes ändert sich allzu oft. Dann werden Unternehmer stolz darauf, wie wenig Schlaf sie doch benötigen oder wie viele Stunden (18+) sie am Tag für das Startup da sein konnten. Essen wird zur Nebensache. Für Sport und Bewegung bleibt kaum noch Zeit bzw. Energie. Das geht dann solange gut, bis der eigene Körper deutlich macht, dass es so nicht weiter geht.

Auch Unternehmer brauchen Pause. Der Verstand eines Gründers muss mal abschalten können. Meist ist der Verstand konstant online. Die Gedanken drehen sich in jeder freien Minute um die Firma. Der Fluch des Entrepreneurs? Nein!

Unser Tipp: Betreiben Sie regelmäßig Sport. Essen Sie gesund. Widmen Sie sich einem Hobby, das Ihnen dabei hilft abzuschalten. Besuchen Sie Familie und Freunde. Das gibt im Umkehrschluss mehr Kraft für das eigene Startup.

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