5 Tipps für eine erfolgreiche App-Lokalisierung

Neue Märkte erobern – für viele Startup-Gründer ein wirklich heikles Feld. Erst vor kurzem haben wir Ihnen in unserem Blog erklärt, worauf Sie im Hinblick auf den Content achten müssen, wenn Sie auf den ausländischen Markt expandieren wollen. In diesem Beitrag wollen wir die Thematik nochmals konkretisieren und Ihnen ein paar wertvolle Tipps zum Thema App-Lokalisierung mit auf den Weg geben.

 

Erfolgs-Garant Smartphone-App

 

In Zeiten, in denen rund 1,8 Millionen Menschen auf der Welt ein Smartphone besitzen und dieses zum steten Begleiter des Alltags geworden ist, steigt auch die Bedeutung von Apps immer weiter. Die kleinen Smartphone-Programme haben die unterschiedlichsten Aufgaben: Sie informieren, unterhalten, gestalten und navigieren uns durch unser Leben. Besonders hoch im Kurs stehen Apps aus den Bereichen Gaming, Social Media und Bild-/Video-Bearbeitung.

 

Auch viele Startups verfügen über eine eigene App, mit der noch mehr Kunden erreicht werden können. Ein wichtiger Aspekt hierbei: Die zielgruppen-spezifische Ansprache. Apps stellen nicht nur einen Mehrwert für die Nutzer dar – Sie sind auch eine lukrative Einnahmequelle für ihre Anbieter. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob Sie die App kostenpflichtig anbieten oder durch Werbung finanzieren. Schätzungen gehen davon aus, dass Apps bis zum Jahr 2017 einen Umsatz von 77 Milliarden US-Dollar erreichen. Die entscheidende Erfolgs-Zutat von Apps: Ihre Mobilität. Nutzer können sie immer und zu jeder Zeit aufrufen. Das wiederum führt dazu, dass Apps ein fester Bestandteil des täglichen (mobilen) Lebens geworden sind – ohne Sie wäre das Smartphone viel weniger smart. Aus diesem Grund lohnt es sich auch sieben Jahre nach der Markt-Einführung der ersten Apps noch immer, auf den Zug aufzuspringen.

 

Ausländische Märkte, die ein besonders hohes Potential zur Generierung von Umsätzen haben, sind:

 

App-Lokalisierung für Startups Japan Frankreich
USA Hong Kong
Südkorea Australien
Taiwan Russland
Groß Britannien China

 

Es liegt auf der Hand, dass sich ein Launch in diesen Ländern am meisten lohnt. Wenn Sie beabsichtigen, nicht nur mit Ihrem Unternehmen, sondern auch Ihrer App auf neuen Märkten aufzutreten, ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie diese zunächst lokalisieren. Für eine App-Lokalisierung sind mehrere Schritte notwendig, die wir Ihnen im Folgenden gern näher erklären wollen.

 

Die gute Nachricht vorweg: Sie müssen keinesfalls eine vollkommen neue App programmieren lassen. Eine Studie der International Usability Partners aus dem Jahr 2010 ergab nämlich, dass es keine kulturellen Unterschiede bei der Nutzung von Multitouch-Oberflächen gibt. Das bedeutet im Klartext: Ein Smartphone wird überall auf der Welt auf die gleiche Weise benutzt. Wer jetzt aber denkt, dass die bloße Übersetzung von Texten genügt, um eine App für den ausländischen Markt zu lokalisieren, der irrt. Tatsächlich gibt es hierbei eine Reihe von Dingen zu beachten.

 

App-Lokalisierung im Überblick:

  • Bedarf auf unterschiedlichen Märkten prüfen
  • Zulassungsbedingungen prüfen
  • Professionelle Übersetzung
  • Kulturelle Anpassung des Inhalts
  • Anpassung der Bezahl-Möglichkeiten

 

#1: Den passenden Markt finden

 

Nicht jede App wird auf jedem Markt erfolgreich sein. Um Misserfolge von Anfang an zu vermeiden, sollten Sie daher zunächst herausfinden, wie Ihre Chancen im Ausland stehen. Überprüfen Sie dafür die Vorlieben Ihrer angestrebten Zielgruppe und ziehen Sie bestenfalls einen Experten zur Rate. Fragen Sie sich dabei immer:

 

  • Gibt es eine Zielgruppe für meine App im Ausland?
  • Wo wird meine App gebraucht?
  • Wo wird meine App nicht gebraucht?

 

Übrigens: Sie können durchaus auch mit einer Idee, die hierzulande gefloppt ist, im Ausland erfolgreich sein. Nutzen Sie die berühmte zweite Chance, um doch noch erfolgreich mit Ihrem Startup durchzustarten.

 

#2: Zulassung prüfen

 

Zu wissen, dass Ihre App im Ausland gut ankommen wird, ist schon einmal die halbe Miete. Nun gilt es jedoch noch herauszufinden, ob die Anwendung auch zugelassen wird. Das Durcharbeiten von Gesetzen, Richtlinien und AGBs ist zwar überaus lästig, aber auch ebenso wichtig, wenn Sie mit Ihrer App im Ausland erfolgreich sein wollen. Vor allem Apps, die in den Bereichen Erotik und Glücksspiel verortet werden, sollten eingangs penibel prüfen, welche Richtlinien für sie gelten und unter welchen Umständen ein Verbot der Anwendung drohen könnte.

Doch auch alle anderen Anbieter müssen sich auf eine umfangreiche Vorbereitungs-Phase einstellen.

 

#3: Richtig übersetzen (lassen)

 

Wenn Sie die Potentiale Ihrer App auf dem ausländischen Markt getestet haben und sicher sind, dass sie auch zugelassen wird, ist der nächste Schritt die professionelle Übersetzung Ihrer Anwendung. Hierbei ist wichtig, dass Sie auf die Zusammenarbeit mit einem echten Experten setzen. Nichts ist peinlicher als Übersetzungs-Fehler. Ein professioneller Übersetzer ist außerdem in der Lage, die Inhalte Ihrer App gleich an sprachliche Besonderheiten der jeweiligen Länder anzupassen. Auf diese Weise wirkt der Text automatisch viel natürlicher und glaubwürdiger.

 

Vergessen Sie in diesem Zug auch nicht, den Namen der App sowie den Beschreibungs-Text für die App-Stores übersetzen zu lassen.

 

#4: Inhalte anpassen

 

Nicht nur der Text, sondern auch alle anderen Inhalte der App müssen auf den jeweiligen ausländischen Markt angepasst werden. Hier spielen insbesondere Symboliken eine große Rolle. Ein Beispiel hierfür sind nackte Fußsohlen, die in Europa gern als Symbol für Familiarität und Wohlbefinden eingesetzt werden. In arabischen Ländern gelten sie jedoch als schwerwiegende Beleidigung. Ähnlich problematisch könnte es werden, wenn in Ihrer App Menschen zu sehen sind, deren Ethnie nicht der Ihres Ziellandes entsprechen. Auch wenn es keinesfalls ihre böse Absicht ist, stößt ein solcher Faux Pas auf teils großen Widerstand. Das Scheitern Ihrer App ist damit quasi vorprogrammiert. Auch scheinbar allgemeingültige Elemente wie Zahlen, Grafiken und Sounds müssen immer geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

 

Die Zusammenarbeit mit einem Experten aus dem jeweiligen Land, in dem Sie launchen wollen, ist für diesen Schritt unverzichtbar. Dieser kann Ihnen genau sagen, welche Features der App bearbeitet werden müssen und welche Sie so lassen können.

 

Ein Beispiel für die Anpassung des Inhalts ist die US-amerikanische Spiele-App Wolfenstein. In der Original-Version kämpfen US-Soldaten gegen Nazis und bösartige Kreaturen. Um die App für den deutschen Markt zu lokalisieren, wurden alle Symbole, die auf die NS-Diktatur hinweisen, entfernt. Der Nutzer kämpft nun nicht mehr gegen Nazis, sondern „Wölfe“.

 

#5: Anpassung der Bezahl-Möglichkeiten

 

Während es in Deutschland üblich ist, eine App via Kreditkarte oder Paypal zu bezahlen, verhält es sich im Ausland zum Teil ganz anders. Recherchieren Sie deswegen die gängigen Bezahl-Methoden und passen Sie Ihr App-Angebot entsprechend an. Wenn eine Abrechnung über die Mobilfunk-Rechnung angeboten werden soll, ist eine Absprache mit den entsprechenden Mobilfunk-Anbietern notwendig.

 

App-Lokalisierung bedeutet nicht nur, eine Anwendung sprachlich und inhaltlich anzupassen, sondern sich auch mit ausländischen Richtlinien und AGBs auseinanderzusetzen. Überprüfen Sie daher zunächst immer, unter welchen Umständen Sie Ihre App im Ausland launchen können und ob es allgemein Bedarf gibt. Wenn Sie schließlich grünes Licht haben, gilt es, die App im eigentlichen Sinn zu lokalisieren. Legen Sie hier besonderen Wert auf die kulturellen Besonderheiten und die Bedeutung von Symboliken.

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