Die Höhle der Löwen: „Ich bin raus!“ – Oder doch nicht?

Langeweile am Dienstagsabend? Das gibt es bei uns nicht. Jede Woche aufs Neue hängen wir (und sicherlich nicht nur wir!) gebannt vor der Mattscheibe und schauen den mutigen Startups zu, die sich in die Höhle der Löwen wagen. Nicht jede Idee kann die Juroren der erfolgreichen VOX-Show überzeugen und so verlassen die wenigsten die Höhle mit einem Deal, der ihr Leben verändert.

 

Welche Startups es in dieser Woche geschafft haben, die Löwen von ihren bequemen Sesseln zu hauen, können Sie wie gewohnt auch heute wieder im getLaunched-Blog nachlesen.

 

Zur Folge vom 6. Oktober geht es hier entlang >>>

 

Slashpipe

Die Gründer: Frank Jablonowski, Karsten Witte, Michael Eckerl und Martin Kammler

Die Startup-Branche: Erfindungen

Die Idee: Die vier Sportwissenschaftler Frank Jablonowski, Dr. Karsten Witte, Michael Eckerl und Martin Kammler haben ein Sportgerät entwickelt, mit dem sie den Fitness-Markt revolutionieren wollen. Die Slashpipe ist ein Rohr aus Kunststoff, das mit Wasser befüllt wird. Anschließend können damit verschiedene mehr oder weniger anspruchsvolle Übungen durchgeführt werden. Das Gerät, das in verschiedenen Größen erhältlich ist, trainiert den gesamten Körper und ist nach Aussagen der Erfinder nicht nur für Fitness-Fans, sondern auch Physiotherapie-Praxen und Reha-Kliniken interessant. Bisher kam die Slashpipe schon sehr gut an. Das Sportler-Team konnte in den ersten neun Monaten bereits 2.000 Modelle verkaufen.

Das Ziel: Selbstverständlich wollen Frank Jablonowski, Karsten Witte, Michael Eckerl und Martin Kammler, dass Ihr Startup weiter wächst und sie sich noch mehr auf die Produktion der Slashpipe fokussieren können. Darum sind sie in die Höhle der Löwe gegangen. Ihre Forderung waren 300.000 Euro für 6 % der Firmenanteile.

Der Ausgang: Die Löwen fanden das Produkt von Anfang an gut. Der größte Interessent war Vural Öger, der nach einem Test feststellte, dass die Slashpipe tatsächlich alle Muskeln beansprucht. Aufgrund der kleinen Marge des Sportgeräts stieg er letztendlich aus – genauso wie Frank Thelen, Judith Williams und Lencke Steiner. Jochen Schweizer, ein bekennender Sport-Fan machte den Erfindern ein Angebot. Er versprach die 300.000 Euro – wollte dafür allerdings 25,1 % der Firmenanteile sowie 5 Euro pro verkaufter Slashpipe, bis das Geld zurückgeflossen ist. Das Gegenangebot von Frank Jablonowski, Karsten Witte, Michael Eckerl und Martin Kammler – 15 % und 3 Euro pro Slashpipe – schlug er aus. Somit kam es nicht zum Deal.

 

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MedCooling

Der Gründer: Heiko Schöning

Die Startup-Branche: Medizin

Die Idee: Heiko Schöning ist mit einem ernsten Thema vor die Löwen getreten. Sein Startup MedCooling befasst sich mit dem Thema Lebensrettung. Als Mediziner weiß Schöning genau, dass es im Falle eines Notfalls auf jede Sekunde ankommt. Beim Herzstillstand wird der menschliche Körper nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt. Eines der Resultate ist das Absterben von Gehirnzellen, was letzten Endes auch zum Tod führen kann. Die Rettung: Der Mensch muss gekühlt werden. Auf diese Weise wird die Körpertemperatur gesenkt, der Stoffwechsel verlangsamt und die Zellen sterben weniger schnell ab. Durch dieses Verfahren können tatsächlich Menschenleben gerettet werden. Der CaroCooler, so der Name der Kühlmanschette von MedCooling kann nach Aussagen des Erfinders von jedem bedient werden. Ein weiterer Vorteil der lebensrettenden Erfindung: Sie benötigt weder Kühlung noch Strom und kann dadurch überall und sofort eingesetzt werden.

Das Ziel: MedCooling soll weiter wachsen. Dafür forderte Heiko Schöning von den Löwen 450.000 Euro. Er war bereit, dafür 20 % seiner Unternehmensanteile abzugeben.

Der Ausgang: Die Löwen ließen sich vor allem von zwei Faktoren abschrecken: Der CaroCooler ist ein Einmal-Produkt und muss alle zwei Jahre ausgetauscht werden – egal, ob er benutzt wurde oder nicht. Auch die anderen Produkte von Heiko Schöning, ein Kühl-Shirt und eine Drohne, die den Cooler blitzschnell zum Einsatzort transportiert, konnten nicht überzeugen. Laut Frank Thelen ist Heiko Schöning ein „Hans Dampf in allen Gassen“. Es fehle ihm an Fokussierung, was letztendlich zum Misserfolg führt. Der CaroCooler von MedCooling konnte am Ende keinen der Löwen überzeugen. Trotzdem ging Heiko Schöning mit einem guten Gefühl aus der Höhle der Löwen – schließlich konnte er dadurch ein breites Publikum für das Thema Ersthilfe sensibilisieren.

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koawach

Die Gründer: Heiko Butz und Daniel Duarte

Die Startup-Branche: Essen & Trinken

Die Höhle der LöwenDie Idee: Hinter dem witzigen Namen koawach verbirgt sich eine leckere Trink-Schokolade. Die Erfindung von Heiko Butz und Daniel Duarte macht dank Guarana wach und belebt dadurch Körper und Geist. Hinzu kommt, dass koawach dank verschiedener Gewürze sehr speziell und anderes schmeckt. Das Produkt soll einen breiten Markt ansprechen, da es sich hierbei um ein 100%iges Natur-Erzeugnis handelt, das frei von Zusatzstoffen ist. Darüber hinaus darf sich koawach als vegan und fair trade bezeichnen. Das Startup scheint einen Nerv getroffen zu haben. Der Kakao-Drink ist mittlerweile in 150 Läden und 40 Cafés erhältlich.

Das Ziel: Trotzdem wollen die Gründer Heiko Butz und Daniel Duarte mehr. Für eine Expansion im Einzelhandel benötigten die beiden eine Investitionssumme in Höhe von 120.000 Euro. Sie boten den Löwen dafür 10 % Ihrer Firmenanteile an.

Der Ausgang: Die Produktpalette von koawach konnte die Löwen überzeugen. Der Drink schmeckte allen und auch die Idee dahinter, ein nachhaltiges und zuckerreduziertes Kakao-Getränk anzubieten, kam gut an. Dass einige Löwen interessiert waren, verwunderte nicht. Trotzdem hielt die Verhandlung eine große Überraschung bereit, die sicherlich das Highlight der gestrigen Folge war. Von Judith Williams, Vural Öger und Frank Thelen kam das Angebot, die 120.000 Euro für 30 % bereitzustellen. Zusätzlich forderten die drei Investoren einen Euro pro verkauftem Pulver, bis sie ihr Geld zurückhaben. Diese Zahlen schmeckten Heiko Butz und Daniel Duarte leider ganz und gar nicht. Sie machten ein selbstbewusstes Gegenangebot in Höhe von 15 % und 30 Cent pro koawach. Nachdem sie dadurch ihre drei potentiellen Investoren verloren hatten, schaltete sich plötzlich Jochen Schweizer, der zuvor schon ausgestiegen war, wieder ein. Ihm gefiel der Mut der jungen Gründer so gut, dass er sich doch noch zu einem Deal bewegen ließ. Er griff bei den 15 % und 30 Cent Royalty zu.

 

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Sunbonoo

Die Gründerin: Andrea Högner

Die Startup-Branche: Tourismus

Die Idee: Andrea Högner ist eine klassische Aussteigerin. Sie entschied sich gegen einen erfolgreichen Job und für ein Leben auf der Balearen-Insel Mallorca. Während ihres Aufenthalts kam ihr die Idee für Sunbonoo. Hierbei handelt es sich um eine Plattform, über die Touristen spannende Ausflüge buchen können. Die Gewinne erwirtschaftet Andrea Högner gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Roland Jäger durch die Provisionen der Ausflugs-Anbieter. Sunbonoo kann mittlerweile nicht mehr nur auf Mallorca, sondern auch auf Menorca und Ibiza sowie verschiedenen kanarischen Inseln genutzt werden.

Das Ziel: Die Gründerin von Sunbonoo benötigte 250.000 Euro, um mit Sunbonoo noch weiter zu expandieren, denn sie weiß, dass der Tourismus-Sektor noch viel mehr zu bieten hat. Für die Investitionssumme wollte sie 15 % Ihrer Unternehmensanteile abgeben.

Der Ausgang: Andrea Högner hatte sicher gehofft, im Reiseunternehmer Vural Öger oder dem Erlebnis-Experten Jochen Schweizer nicht nur einen finanziellen, sondern auch strategischen Partner zu finden. Leider waren die beiden Löwen, genau wie die anderen auch, wenig angetan von der Geschäftsidee.

 

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hamaka

Die Gründer: Max Wohlleber und Lucas Schmidt

Die Startup-Branche: Lifestyle

Die Höhle der Löwen Die Idee: hamaka ist der klangvolle Name der ersten „Hyperleichthängematte“. Hierbei handelt es sich um eine Hängematte, die – ganz klar – extrem leicht ist und sich daher überall mit hinnehmen lässt. Das Geheimnis des Leichtgewichts: Die Hängematte besteht aus Fallschirmseide, einem extrem leichten und dennoch reißfesten Material. Das Startup der beiden jungen Gründer Max und Lucas verspricht, dass Nutzer mit der hamaka immer und überall entspannen können. In einem Zeitalter der Workaholics und des Dauer-Stresses klingt das ziemlich verlockend. Die drei wichtigsten Pfeiler des Startups sind Gewicht, Komfort und Funktionalität. Im Laufe des Produktionsprozesses wurden diese Ideale nie aus den Augen gelassen. Der Clou: Im „Notfall“ kann die Hängematte auch ganz schnell in ein Strandtuch, ein Sonnensegel oder einen Unterschlupf umfunktioniert werden.

Das Ziel: Das Unternehmen hamaka soll weiter wachsen. Damit dies gelingt, sind Max Wohlleber und Lucas Schmidt in die Höhle der Löwen gegangen. Ihre Forderung: 50.000 Euro für 10 % der Firmenanteile.

Der Ausgang: Die Löwen waren sich im Fall der hamaka (der Begriff ist spanisch und bedeutet nichts anderes als Hängematte) einig: Sie würden das Produkt kaufen, aber nicht in das Startup investieren. Am Ende stiegen alle aus und die beiden Outdoor-Fans Max und Lucas verließen die Höhle der Löwen ohne Deal.

 

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Popcorn Loop

Der Gründer: Murat Akbulut

Die Startup-Branche: Essen & Trinken

Die Idee: Was gehört alles zu einem perfekten Filme-Abend? Klar, ein guter Film, ein leckeres Getränk und etwas zu knabbern. Der absolute Klassiker: warmes Popcorn. Weil Murat Akbulut die Mikrowellen-Variante nie gereicht hat, hat er den Popcorn Loop entwickelt. Hierbei handelt es um eine Art Hülle mit integriertem Rührstab, die über den Topf, in dem das Popcorn zubereitet wird, gestülpt wird.

Das Ziel: Nachdem der Gründer Murat Akbulut viele Rückschläge einstecken musste, soll der Popcorn Loop nun richtig durchstartet. Hoffnungsvoll forderte er deswegen von den Löwen 80.000 Euro. Er bot ihnen dafür 35 % seiner Firmenanteile an.

Der Ausgang: Von der ersten Sekunde an war die gebürtige US-Amerikanerin Judith Williams Feuer und Flamme für das Popcorn-Gadget von Murat Akbulut. Gemeinsam mit Vural Öger unterbreitete sie dem Gründer ein Angebot: 80.000 Euro für 35 % der Firmenanteile sowie 1 Euro pro verkauftem Popcorn Loop. Murat Akbulut griff nach einem kurzen Verhandlungsversuch schließlich zu.

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