Geht nicht gibt’s nicht – 5 verrückte Startsups

Startups zeichnen sich laut Wikipedia-Artikel durch zwei Eigenschaften aus: Den Wunsch, möglichst schnell zu wachsen und eine innovative Idee, die hinter dem Ganzen steckt. Dass Innovation durchaus nicht immer nur konventionell bedeuten muss, beweisen diverse Startups immer wieder, wenn sie mit wahrlich verrückten Ideen auf den Markt treten. Hier gilt die Devise „Geht nicht, gibt’s nicht“ und wenn Sie vielleicht die Befürchtung haben, dass Ihre Startup-Idee zu skurril ist, dann lassen Sie sich an dieser Stelle eines Besseren belehren. Tatsächlich scheint es nichts zu geben, was zu verrückt für eine Unternehmensgründung ist. Das beweisen auch die folgenden fünf Beispiele deutscher Startups, die vor allem durch eines aus der Masse hervorstechen: Eine verrückte Idee.

 

Exotische Snacks – Das Insekten-Startup Snackinsects

 

Hatten Sie heute schon einmal Appetit auf eine Handvoll Chips? Oder ein paar Gummibärchen? Alles ziemlich ungesund, richtig? Der Startup-Gründer Folke Dammann sagt, mit seinem Unternehmen Snackinsects eine wahre Knabber-Alternative entwickelt zu haben. Sie ahnen es vielleicht schon: Der Online-Shop bietet diverse Insekten an, die speziell dazu gezüchtet wurden, um vom Menschen verzehrt zu werden. Klingt skurril. Ist es auch. Die Insekten werden in Röhrchen oder Tüten frei Haus geliefert und können entweder direkt als Snack verputzt oder zu einer leckeren Mahlzeit zubereitet werden. Interessante Rezepte und Koch-Zubehör bietet das Startup, das im August 2013 auf den Markt ging, ebenfalls an. Für die, die es lieber süß anstatt herzhaft mögen, gibt es sogar Wurm-Schokolade und Insekten-Lutscher im Sortiment. Der Shop bietet außerdem Großpackungen mit Heuschrecken, Mehlwürmern und Co. für Gastronomie-Betriebe an.

Die Idee hinter dem Ganzen: Dammann will erreichen, dass sich Insekten in Europa ebenso als Nahrungsmittel etablieren wie in Asien. Dort spielen die kleinen proteinreichen Krabbeltiere seit jeher eine bedeutende Rolle in der Esskultur und tragen maßgeblich dazu bei, dass auch alle 4,4 Milliarden Asiaten satt werden. Um die Qualität seiner Insekten zu garantieren, werden diese ausschließlich in Deutschland gezüchtet. Import-Tiere aus Asien kommen Folke Dammann nämlich nicht ins Snack-Röhrchen. Mutige Interessenten können sich sicher sein: Bei Snackinsects werden alle europäischen Lebensmittelstandards eingehalten.

Haben Sie jetzt Hunger? Dann schauen Sie doch mal bei Snackinsects vorbei.

 

Omi strickt am besten – Das Social Startup MyOma

 

Verrückte Startup  IdeenAuch das Startup MyOma überrascht mit einer wahrhaft verrückten Idee: Die Mützen, Schals und Accessoires, die im Shop angeboten werden, werden nicht in Akkordarbeit produziert, sondern in liebevoller Handarbeit von über 130 Omas und einem Opa gestrickt. Der Gedanke hinter dem Geschäftsmodell: Älteren Menschen eine Möglichkeit der Beschäftigung und jungen Menschen qualitativ hochwertige Strickprodukte bieten. Das Konzept kommt an – vor allem, weil „Schick in Strick“ derzeit total im Trend ist und Gründerin Verena Pröschel mit ihrem Unternehmen den Nerv der Zeit getroffen hat.

Seitdem „handmade“ in Startup-Kreisen als Erfolgsgarant verstanden werden kann, sind natürlich auch handgestrickte Schals und Mützen eine vielversprechende Geschäftsidee. Die Kunden wissen das traditionelle Handwerk zu schätzen und sind auch bereit, etwas mehr Geld für die Waren auszugeben. Nach eigenen Aussagen ist es Verena Pröschel und ihrem Bruder Jörg Röthingshöfer besonders wichtig, dass MyOma von Anfang an ein soziales Projekt ist. Es geht den beiden nicht nur darum, Geld mit Ihrer Idee zu verdienen, sondern den Rentnerinnen eine Möglichkeit zu bieten, sich einzubringen. Die rüstigen Damen sind begeistert davon, ihre Strick-Waren auf einer Plattform wie MyOma anbieten zu können und dass ihr Hobby bei der jüngeren Generation so gut ankommt. Das Startup MyOma zeigt, dass eine verrückte Idee in Zeiten des demografischen Wandels auch einen sozialen Beitrag liefern kann.
Auf der Homepage von MyOma finden Sie übrigens nicht nur eine riesige Auswahl an Produkten (auch Nähhandwerk gehört mittlerweile zum Sortiment), sondern auch eine Übersicht der strickfreudigen Omas. Die Fotos der älteren Damen werden durch einen Steckbrief komplettiert, in welchem die Damen Auskünfte über ihre Haustiere, Lebensmottos und ihre Strickleidenschaft geben. Diese sehr persönliche Komponente rundet die skurrile Idee von MyOma perfekt ab.

 

Wunscherfüllung per SMS – Das Concierge-Startup GoButler

 

Es ist ein ebenso einfaches wie geniales Konzept: Leute haben einen Wunsch, senden diesen per SMS an GoButler und das Unternehmen kümmert sich darum. Dabei ist es egal, ob man eine Tischreservierung, einen Arzttermin oder ein Urlaubs-Buchung benötigt. GoButler liest Ihnen quasi jeden Wunsch von den Lippen – oder besser gesagt vom Smartphone-Display – ab. Der SMS-Butler ist sieben Tage die Woche 24 Stunden lang verfügbar. Es gibt also keine Zeit, zu der man seinen persönlichen Butler nicht um Hilfe bitten kann. Der Dienst, der im März 2015 auf den Markt kam, ist übrigens kostenlos. Nutzer zahlen nur, was die Einkäufe, Buchungen etc. kosten. Die Finanzierung des Startups erfolgte anfänglich aus Investoren-Geldern und mittlerweile aus den Provisionen, die es von Buchungs-Portalen und Online-Shops für eine Bestellung erhält – hochgerechnet auf die Masse der eingehenden Aufträge bei GoButler ein wirklich lohnenswertes Geschäft. Die Anfragen, die kein Geld bringen, wie zum Beispiel eine Terminvereinbarung beim Arzt, liegen nach Angaben des Gründers Navid Hadzaad bei unter 10 %.

Der Erfolg von GoButler wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass das deutsche Unternehmen bereits nach einer Woche Launches in Großbritannien, Österreich und Schweden hatte. Nochmals wenige Tage später ging der Dienst in Spanien, den Niederlanden, Hongkong, Kanada und New York an den Start.

Eine Zutat für das Erfolgsrezept von GoButler war zweifelsfrei der prominente Unterstützter Joko Winterscheidt, der dem Startup mithilfe eines einzigen Twitter-Tweets einen Traum-Start bescherte. Mittlerweile hat sich die Zusammenarbeit gefestigt und Winterscheidt ist als Head of PR für das Startup tätig.

Wie Sie sich für GoButler registrieren können, erfahren Sie auf der Homepage des Startups.

Ein Kuscheltier auf Reisen – Das Reise-Startup plüsch Expedition

 

Verrückte Startup IdeenSieht Ihr Kuscheltier auch manchmal gestresst aus? Haben Sie das Gefühl, dass es eine Auszeit braucht und einfach mal raus muss? Dann buchen Sie ihm doch einen unvergesslichen Trip bei plüsch Expeditions. Die verrückte Idee dieses Startups ist durchaus kein Einzelfall – und soll deshalb exemplarisch in diesem Beitrag vorgestellt werden. Das Konzept: Kuscheltiere gehen auf Reisen, besuchen Sehenswürdigkeiten in aller Welt, machen sogar Golf- oder Cocktailkurse und schicken witzige Bilder an die Daheimgebliebenen.

Dass die plüschigen Zeitgenossen nicht allein auf ihre große Reise gehen können, ist natürlich klar. Sie werden von „Teddymama“ Liane, der Gründerin des Startups begleitet. Liane passt darauf auf, dass den Kuscheltieren nichts passiert und knipst fleißig Bilder für das Erinnerungsalbum. Die Idee – anfangs lediglich als Scherz gedacht – entwickelte sich schnell zum Erfolg. Mittlerweile können Teddybär und Co. nicht nur innerhalb von Deutschland und in Europa verschiedene Touren buchen, sondern auch die Reise über den „großen Teich“ antreten. Weil die Start-Gründerin überall auf der Welt gute Freunde hat, kann sie das Private mit dem Beruflichen verbinden und ihre plüschigen Kunden mit auf ihre Besuche nehmen.
Hat auch Ihr Kuscheltier eine Auszeit verdient? Dann buchen Sie einen Trip auf der Homepage von plüsch Expeditions.

 

Stallgeruch in Dosen – Das gescheiterte Startup Stallduft

 

Dass eine skurrile Geschäftsidee nicht automatisch auch einen langfristigen Erfolg verspricht, zeigt das Startup Stallduft. Gründerin Daniela Dorrer kam 2012 auf die Idee, den Geruch niederbayrischer Kuhställe in Dosen einzufangen und zu verkaufen. Was nach einem nett gemeinten Scherz klingt, wurde dank Industriewatte als Trägermaterial Realität. Die Zielgruppe des „wohlriechenden“ Geschäftskonzepts: Großstädter, die sich nach Landidylle und einer heilen Welt sehnen und Weggezogene, die mit dem Stallgeruch schöne Kindheitserinnerungen verbinden. Der käuflich erworbene Geruch behielt ein Jahr lang seine Intensität, ehe er verflog. Ähnlich verhielt es sich auch bei dem Startup. Nach dem anfänglichen Erfolg verflog die Euphorie bald. Das Unternehmen gibt es mittlerweile nicht mehr. Allen, die gerade auf der Suche nach einer zündenden Startup-Idee sind, sei gesagt: Die Domain stalldurft.de ist wieder frei und kann reserviert werden. Vielleicht sind Sie ja der nächste, der mit aromatisierter Luft Geld verdient.

 

Wie Sie sehen, kann es sich durchaus auszahlen, den Mut zu fassen, seine verrückte Idee in die Tat umzusetzen. Skurrile Startups feiern gerade Hochkonjunktur und freuen sich über einen riesigen Zuspruch. Wichtig, um mit einer unkonventionellen Idee erfolgreich zu werden: Das richtige Marketing. Besonders soziale Medien spielen in diesem Falle eine bedeutende Rolle und sollten keinesfalls außer Acht gelassen werden.

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