Startup-Portrait: Farmy.ch – Der erste Online-Hofladen der Schweiz

Nachhaltigkeit, Regionalität und die damit verbundenen kurzen Wege spielen derzeit in der Startup-Szene eine wichtige Rolle. Das beweist nicht nur Upyama aus Deutschland – das Startup, das wir Ihnen vor kurzem auf unserem Blog vorgestellt haben – sondern auch Farmy.ch aus der Schweiz. Hierbei handelt es sich um einen virtuellen Hofladen, der „regional und verantwortungsvoll hergestellte Nahrungsmittel ‚vom Bauern nebenan‘ direkt zu Ihnen nach Hause“ bringt. Wir von getLaunched.io haben mit Co-Gründer Tobias Schubert über seine Idee und die Botschaft von Farmy.ch gesprochen.

 

Die Gründer

Das Schweizer Startup Farmy.ch wurde von Roman Hartmann und Tobias Schubert gegründet. Die beiden Männer haben bereits vor ihrer gemeinsamen Gründung miteinander gearbeitet und konnten in ihrer bisherigen Karriere umfassende Erfahrungen in der Startup-Branche sammeln. Während Hartmann bereits als CEO eines Online Shopping Clubs der Otto Gruppe Russland und Operations Director von mydeco.com gearbeitet hat, war Schubert zunächst als COO von Groupon Russland und Ukraine und später als CEO von sapato.ru, einem großen russischen E-Commerce-Shop im Schuh-Bereich, tätig. Beide sind demzufolge Experten im Bereich Online-Shopping.

 

Die Entstehung der Startup-Idee

Tobias Schubert und Roman Hartmann, die beiden Gründer von Farmy.ch, hatten seit jeher eine Affinität zu biologischen und regionalen Produkten. Was ihnen fehlte, war die Zeit, zu einem Hofladen zu fahren und dort einzukaufen. Also entstand die Idee, ein entsprechendes Geschäft online anzubieten. Ein Konzept wie dieses gab es bis dato nicht und so ist es den beiden Gründern gelungen, eine Nische zu finden und erfolgreich zu besetzen.

Vorherige Projekte im Bereich E-Commerce und die entsprechenden Erfahrungen vereinfachten den Entstehungsprozess einer konkreten Geschäftsidee und sorgten dafür, dass Farmy.ch schon rund ein halbes Jahr nach der ersten Idee im Juni 2014 online gehen konnte.

Inzwischen beschäftigt das Startup Farmy.ch 15 Festangestellte, 20 Kuriere und mehrere Verpacker auf Stundenbasis. Das Konzept eines virtuellen Hofladens in der Schweiz geht auf und trägt Früchte des Erfolgs.

Farmy-Aufkleber

 

Der Gründungsprozess

Wie in unseren anderen Startup-Portraits hat uns auch im Fall von Farmy.ch der Gründungsprozess sehr interessiert. Wir wollten wissen, wo sich Hürden versteckt haben und welche Schritte überraschend einfach abliefen. Tobias Schubert verriet uns, dass es schwer war, Investorengelder zu erhalten. „Es gibt zwar viel Geld, aber wenig E-Commerce erfahrene Investoren.“, so seine Einschätzung. Darüber hinaus hat den beiden Gründern Hartmann und Schubert das Finden von Mitarbeitern mit dem Start-Up Mindset einiges Kopfzerbrechen bereitet. “In einem Start-Up zu arbeiten liegt nicht jedem. Jeder muss mitanpacken, mitdenken und Neues kreieren. Das verlangt eine gewisse Art von Mensch, die du nicht überall findest”, so Schubert. Dem gegenüber standen jedoch auch Aspekte, die die Gründung von Farmy.ch zu einer positiven Erfahrung werden ließen – allen voran das Finden von „hochwertigen Produzenten, Kurieren und Verpackern“.

 

Wofür steht Farmy.ch?

„Wir sind ein Online-Hofladen und verkaufen lokales und ethisch korrektes Essen übers Internet.“, so die prägnante Antwort von Co-Founder Tobias Schubert auf die Frage, welche Botschaft sich hinter Farmy.ch verberge. Um dieses Ziel verantwortungsbewusst verfolgen zu können, arbeitet Farmy.ch mit diversen regionalen Produzenten zusammen. Transparenz ist das oberste Gebot bei den Kooperationen – schließlich will man dem Kunden versichern können, dass es sich um qualitativ hochwertige und ökologisch unbedenkliche Ware handelt. Wer sich für die Herkunft der auf Farmy.ch angebotenen Waren interessiert, findet auf der Homepage des Startups eine umfassende Übersicht aller Produzenten. Die Profile stellen eine Verbindung vom Kunden zu den Bauern und Prozenten her und verleihen Farmy.ch eine zusätzliche persönliche Komponente, die typisch ist für „analoge Hofläden“.

Egal ob Kaffeerösterei, Käserei, Fleischproduktion, Weinbau oder Pasta aus den Schweizer Alpen – wer seine Waren im Online-Hofladen von Farmy.ch anbieten will, muss gewisse Kriterien erfüllen. Diese sind:

  • bio-zertifizierte oder hochwertige regionale Produkte
  • bestehender Direktvertrieb an Endkunden in der eigenen Region
  • keine Massenfertigung und Ausrichtung an die Belieferung von Großverteilern
  • Authentizität, die sich beispielsweise in der liebevollen und sorgfältigen Herstellung widerspiegelt
  • kurze Distanz zwischen Produzenten und Umschlagplatz

Das Team von Farmy.ch ist ständig auf der Suche nach neuen, hochwertigen und überzeugenden Produzenten, die die Plattform mit ihren regionalen Produkten bereichern wollen.

 

Die Produkte von Farmy.ch

Die Produkt-Palette von Farmy.ch ist erwartungsgemäß breit aufgestellt. Im Onlineshop des Schweizer Startups finden Sie alles, was es auch im klassischen Hofladen gibt – und vielleicht auch noch ein bisschen mehr. Das Angebot lässt sich grob in die folgenden Kategorien aufteilen:

  • Obst und Gemüse
  • Milch und Eier
  • Fleisch und Fisch
  • Backwaren
  • Haltbare Lebensmittel
  • Getränke
  • Müsli und Süßes
  • vegane Produkte

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Gewünschte Produkte landen nach einem Klick in der benötigten Menge im Warenkorb und können entweder über die Homepage oder die Farmy.ch-App bestellt werden. Wenn Sie wenig Zeit haben und nicht jede Ware einzeln auswählen wollen, haben Sie außerdem die Möglichkeit, einen Korb zu bestellen, der von den Farmy.ch-Mitarbeitern mit allerlei Produkten gefüllt wird. Hier haben Sie beispielsweise die Auswahl zwischen

  • Probierkorb Single
  • Geschenk-Set Bio-Basic
  • Wochenfrühstück
  • Saison-Korn gemischt Family
  • Probierkorb vegan Couple
  • u.v.m.

Das Besondere: Farmy.ch bietet keinen allgemeinen Lieferpreis an, sondern berechnet diesen immer in Abhängigkeit von der Entfernung des Lieferortes. Alternativ können die Produkte auch direkt und kostenlos bei einem „Farmy Pickup Point“ in Zürich abgeholt werden. Hier wird nochmals deutlich, wie wichtig es Farmy.ch ist, die Transportwege so gering wie möglich zu halten.

Zusätzlich zum eigentlichen Online-Hofladen bietet Farmy.ch auch ein digitales Magazin an. Hierin werden nicht nur die regionalen Produzenten, sondern auch Rezepte und andere Themen rund um Ernährung vorgestellt.

 

Die Zukunft von Farmy.ch

Gefragt nach einem 5-Jahres-Plan antwortete uns Co-Gründer Tobias Schubert im Interview: „No. 1 Online Hofladen in der Schweiz und weiteren passenden Metropolregionen Europas” Außerdem gab er uns einen Einblick in die nahe Zukunft von Farmy.ch. Das Startup hat nämlich große Pläne: “Kunden können bald im Großraum Zürich auf einer Karte per App ihre Lieferung verfolgen. Verpackungsmaterialien werden sich noch verbessern und es wird immer mehr Produzenten (auch zusätzliche Kategorien) geben.“

 

Zürich ist nicht Berlin

Wie kann die Startup-Szene in der Schweiz beschrieben werden? Das wollten wir von Farmy.ch-Gründer Tobias Schubert wissen. Dessen augenzwinkernde Antwort lautete: „Welche Start-up Szene? Nein, natürlich ist diese vorhanden, einfach kleiner, aber sicherlich größer als in Nürnberg (hat auch ca. 500.000 Einwohner). Daher ist Zürich sicherlich das Schweizer Start-up Zentrum und hat klar eine Existenzberechtigung. Es wäre falsch und unfair, Zürich mit z.B. Berlin zu vergleichen.“ Dem können wir uns nur anschließen. Es ist spannend, zu beobachten, was sich in der Schweiz und speziell in Zürich alles tut und welche innovativen Ideen in die Tat umgesetzt werden. Wir hoffen sehr, Ihnen in Zukunft noch mehr Startups aus der Schweiz auf unserem getLaunched-Blog vorstellen zu können.

 

Sind auch Sie Startup-Gründer und der Meinung, dass getLaunched.io Ihr Unternehmen einmal vorstellen soll? Dann freuen wir uns sehr über einen Kommentar unter diesem Beitrag oder eine E-Mail an info@jf-texte.de