Startup „Workeer“: Flüchtlingshilfe einmal anders

Workeer: Hilfe bei der Jobsuche für Flüchtlinge

Die Flüchtlingskrise ist derzeit in aller Munde und stellt wohl eine der größten Herausforderungen dar, welche Europa jemals meistern musste. Schön ist es dann doch, wenn die Bürger und Bürgerinnen zusammenhelfen. Gemeinsam ist man ja bekanntlich am klügsten und zwei Berliner Studenten beweisen: Jeder von uns kann helfen, und sei es nur mit einer wirklich guten Idee. Das dachten sich jedenfalls Philipp Kühn und David Jacob, als sie ihr Startup unter dem Namen „Workeer“ auf den Markt brachten. Flüchtlingshilfe geht auch ganz modern: Mit einer Internetplattform für die Jobsuche.

Jobsuche für Flüchtlinge: Mit Workeer kein Problem mehr

help-1019912_1920

Eines der größten Probleme für die Flüchtlinge besteht darin, erst einmal eine Arbeitserlaubnis zu erhalten und dann auch eine entsprechende Tätigkeit zu finden. Sprachbarrieren oder Vorurteile stehen ihnen dabei häufig im Weg. Die beiden Gründer haben sich deshalb zur Aufgabe gesetzt, die Jobsuche für Flüchtlinge mit einem entsprechenden Online-Portal zu vereinfachen. Hier sollen deutsche Arbeitgeber und Bewerber zusammengebracht werden. Nach der Registrierung können die Flüchtlinge bei Workeer, ähnlich wie bei anderen Jobportalen, ein Profil anlegen, einen Werdegang erstellen, ein Bewerbungsbild hochladen sowie persönliche Angaben zur gewünschten Stelle oder ihrer Qualifikation machen. Einfach, schnell und unkompliziert.

Von wegen nur Aushilfsjobs

Was nur wenige Kritiker wissen: Viele der Flüchtlinge sind hoch qualifiziert und verfügen über eine langjährige Berufserfahrung. Und das gerade in jenen Bereichen, in welchen bereits jetzt der Fachkräftemangel beklagt wird. So ist die Einstellung der Flüchtlinge für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Viele der Bewerber sprechen zudem mehrere Sprachen, sind äußerst gebildet und haben mindestens einen Studienabschluss. Für die internationale Kommunikation in Großunternehmen sind solche Mitarbeiter absolut wertvoll. Selbst dann, wenn das Deutsch vielleicht noch radebrechend sein sollte. Wer die auf Deutsch gehaltene Seite bedienen und selbstständig ein Profil anlegen kann, verfügt ja zumindest schon einmal über ein grundlegendes Basiswissen. Dennoch soll Workeer schon bald in zahlreichen verschiedenen Sprachen erreichbar sein, ganz im Sinne der Chancengleichheit.

Ausbeutung? Nein danke!

Gut bezahlte Jobs für hoch qualifizierte Flüchtlinge, darauf zielt die neue Plattform Workeer ab. Ausbeutung der Flüchtlinge, schlechte bezahlte Aushilfsjobs oder gar die Unterschreitung des Mindestlohns – das ist von den Berliner Studenten nicht erwünscht. Deshalb soll es bei Workeer schon bald ein Prüfverfahren für die Inserate geben. Unbezahlte Stellenangebote, wie sie zu Beginn von mehreren Arbeitgebern offeriert wurden, haben die Gründer bereits unterbunden. Stattdessen finden sich hier jetzt bereits 64 attraktive Jobangebote, zum Beispiel als Lagerarbeiter für den Lieferdienst Marley Spoon oder als Trainee bei Babbel. Mit 1.600 Euro pro Monat ist diese Trainee-Stelle sogar überdurchschnittlich gut bezahlt. Das größte Problem für Workeer stellt derzeit eigentlich die rechtliche Situation dar: Viele Flüchtlinge dürfen (noch) nicht in Deutschland arbeiten und die Bürokratie ist kompliziert. Es ist deshalb erwünscht, dass sich die Unternehmen selbst dafür einsetzen, dem jeweiligen Bewerber nach dem Erstkontakt über Workeer bei der Beantragung einer Arbeitserlaubnis sowie weiteren rechtlichen Fragen zu helfen. Vielleicht finden sich ja auch hier bald innovative Gründer mit einer rettenden Idee…

Leave a Reply

Your email address will not be published.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.