Steuertipps für Startups: So sparen Gründer viel Geld

Zu Beginn einer jeden Existenzgründung stehen zahlreiche wichtige Entscheidungen. Diese wiederum haben Auswirkungen auf die Rechtsform Ihres Startups, Versicherungen, die es abzuschließen gilt, oder steuerliche Fragen. Damit Sie mit Ihrer Buchhaltung nämlich nicht schon in Kürze im Chaos versinken, sollten Sie sich von Beginn ihrer Existenzgründung an mit dem Thema Steuern befassen. Wir verraten Ihnen heute, worauf Sie achten müssen und welche Anfängerfehler es unbedingt zu vermeiden gilt.

Steuertipp 1: Vermeiden Sie diese Anfängerfehler

Dokumentieren Sie von Beginn an alle Ihre Einnahmen und Ausgaben, achten Sie auf rechtlich einwandfreie Rechnungen, eine umfassende Buchhaltung und vor allem: Ordnen Sie alle Einkünfte und Ausgaben gleich strikt der selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit zu. Ansonsten verschwenden Sie oder Ihr Steuerberater später viel Zeit und Geld damit, die unterschiedlichen Steuerarten wieder auseinander zu dröseln. Ob Sie als Gewerbetreibende/r oder Freiberufler/in gelten, erfahren Sie im Artikel „Selbstständig machen: Freiberufler oder Gewerbe anmelden?“. Steuerlich gesehen ist der Status als Freiberufler mit deutlich weniger Aufwand verbunden, dafür aber auch auf gewisse Berufsgruppen begrenzt. Als Gewerbetreibende/r müssen Sie nämlich, sobald Sie gewisse Umsatz- oder Gewinngrenzen überschreiten, wichtige Sonderregelungen beachten sowie Gewerbesteuer abführen. Dies übernimmt in der Regel zwar Ihr Steuerberater für Sie, dennoch sollten Sie frühzeitig die steuerlichen Belange klären. Zudem müssen Sie bei vielen Versicherern, zum Beispiel bei der Betriebshaftpflicht- oder der KFZ-Versicherung, stets angeben, ob Sie freiberuflich oder gewerblich tätig sind. Sie können zudem zwar als Kleinunternehmer starten, es macht aber durchaus Sinn, sich bereits eine Umsatzsteueridentifikationsnummer zuteilen zu lassen. So können Sie nämlich bei Ihren Ausgaben wiederum die Vorsteuer geltend machen. Eine finanzielle Chance, die sich viele Existenzgründer zu lange entgehen lassen.

Steuertipp 2: Die Rechtsform richtig wählen

Sollten Sie hingegen nicht als Einzelunternehmer tätig sein, müssen Sie sich für die passende Rechtsform entscheiden. Diese hat nicht nur Auswirkungen auf Ihre Haftung, sondern eben auch auf die jeweilige Versteuerung Ihrer Einkünfte:

  • Als OHG oder GbR müssen Sie eine Bilanzierung sowie eine Einnahmenüberschussrechnung einreichen. Abzuführen sind die Gewerbe- und die Umsatzsteuer.
  • Als KG oder GmbH & Co. KG sind ebenfalls eine Einnahmenüberschussrechnung sowie eine Bilanzierung einzureichen. Neben der Gewerbe- und der Umsatzsteuer werden hier zusätzliche Betriebssteuern fällig.
  • Als GmbH oder AG ist eine Bilanzierung Pflicht. Auch hier werden die Gewerbe-, Umsatz- sowie weitere Betriebssteuern erhoben.

Lassen Sie sich zur jeweiligen Rechtsform und ihren steuerlichen Auswirkungen von einem Experten beraten. Die Steuern sollten dabei ein wichtiger, nicht aber der einzige Entscheidungspunkt für oder gegen eine Rechtsform sein.

Steuertipp 3: Steuern bei der Gestaltung von Verträgen berücksichtigen

Als Existenzgründer hat fortan die Gestaltung Ihrer Verträge Auswirkungen auf Ihre Steuererklärung. Egal, ob es sich um betriebliche Verträge handelt, einen Gesellschaftervertrag, einen Anstellungsvertrag, den Kaufvertrag für ein KFZ oder einen Mietvertrag: Mit der richtigen Vertragsgestaltung können Sie wichtige Ausgaben steuerlich geltend machen und so viel Geld sparen. Zudem haben vor allem betriebliche Verträge häufig immense steuerliche Auswirkungen. Auch bei kleinen und scheinbar unwichtigen Verträgen kann es deshalb wichtig sein, kurz einen Rat von Ihrem Steuerberater einzuholen. Bei wichtigen Verträgen, zum Beispiel zwischen Gründungspartnern, sollten unbedingt sachverständige Anwälte und Steuerberater konsultiert werden.

Steuertipp 4: Buchführung ist das A und O

tax-468440_1920

Je besser Ihre Buchführung von Anfang an ist, desto einfacher fällt Ihnen schlussendlich die Steuererklärung beziehungsweise desto billiger wird sie aufgrund des geringeren Aufwands für Ihren Steuerberater. Sie sollten sich deshalb direkt nach der Klärung der Rechtsform Ihres Startups über die damit einhergehenden Buchhaltungspflichten informieren und diese von Beginn an strikt einhalten. Ansonsten können sich später zudem rechtliche Probleme ergeben, zum Beispiel weil Sie gegen die Aufbewahrungspflicht von Rechnungen verstoßen haben. Riskieren Sie also keinen Rechtsstreit oder finanzielle Einbußen, sondern setzen Sie bei Ihrer Existenzgründung auf eine professionelle Buchhaltung.

Steuertipp 5: Betriebsausgaben schon vor der Gründung absetzen

Unser letzter Steuertipp ist ein echter Geheimtipp: Wussten Sie, dass Sie bereits vor Ihrer Existenzgründung, also der Betriebseröffnung, das Recht zum Betriebsausgabenabzug besitzen? Sie können also auch anfallende Kosten für die Vorbereitungshandlungen Ihres Startups bereits steuerlich geltend machen. Eine Chance, die sich immer noch viele deutsche Gründer und Gründerinnen entgehen lassen…

Leave a Reply

Your email address will not be published.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.