“Die Startup-Szene ist ein absoluter Hype – und trotzdem wichtig!”

Interview mit Thorsten Reiter, Autor von „Start-up: Jetzt!“

 

Thorsten Reiter ist Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmensberater, Speaker, Blogger, Social Entrepreneur, Mitbegründer der Mannheim Business Consulting und Autor des Buches „Start-up: Jetzt!“. In seinem Erstlingswerk schreibt er über den Weg hin zur Selbstständigkeit und weist darauf hin, dass jeder Mensch das Zeug zum Startup-Unternehmer hat – vorausgesetzt, man ist davon überzeugt, dass die „Ideen unsere Welt ein Stück besser machen können.“ Sein Buch ist ein klassisches Einstiegswerk für alle, die sich für Entrepreneurship interessieren und auf der Suche nach gut verständlicher Lektüre sind. Wir haben den Autor zum Gespräch gebeten und ihn zu seinem Startup-Buch, die Entstehungsgeschichte des Werks und die Generation Y befragt.


Guten Tag Herr Reiter, können Sie uns zunächst ein paar Informationen zu Ihrer Person verraten?

Hi, sehr gern! Mein Name ist Thorsten Reiter und ich beschäftige mich in Büchern, auf meinem Blog und im Rahmen von Beratung und Vorträgen mit Themen wie Innovation, (Corporate) Entrepreneurship und der Generation Y. Studiert habe ich Management, International Business und Politics in Deutschland, Großbritannien und den USA. Außerdem reise ich gern und bin ein großer Film-Fan.

 

Ihr Autoren-Debüt haben Sie mit „Start-up: Jetzt!“ hingelegt. Was erwartet die Menschen, die dieses Buch lesen?

Dieses Buch enthält die absoluten Basics, wenn es um den Wunsch geht, sich selbstständig zu machen. Was muss ich beachten, worüber muss ich mir Gedanken machen und warum sollte ich es überhaupt tun. Damit ist es vor allem – aber nicht nur – für Menschen gedacht, die eher keinen BWL-Hintergrund haben. Besonders jene, die glauben „Business und Wirtschaft und das ganze langweilige Zeug“ sei nichts für sie, werden eine positive Überraschung erleben!

 

Wie kam es zu dem Entschluss, dieses Buch zu schreiben?

Das Thema war schon seit meinem Studium immer wichtig für mich, ich kam bereits auf meinem Blog immer wieder hierauf zu sprechen und auch meine Leser haben mich immer wieder hierauf angesprochen. Irgendwann dachte ich mir dann: Gebe ich doch mal an andere begeisterte potentielle Gründer weiter, was ich selbst hierüber lernen durfte. Ideen zu generieren und weiterzugeben, gehört zu meinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen im Leben.

 

Sie befassen in Ihrer Arbeit intensiv mit der „Generation Y“? Zählen Sie sich selbst zu dieser?

Naja, per Definition muss ich das wohl! Ich bin aber nicht sicher, ob ich wirklich ein Paradebeispiel der Generation Y abgebe. Grundsätzlich jedoch vertrete auch ich viele Ansichten meiner Generationsgenossen.

 

Was macht diese Generation von Menschen und potentiellen Gründern Ihrer Meinung nach aus?

Eine gewisse Abneigung gegenüber faulen Kompromissen und demaskierten Mythen, die – besonders im Zusammenhang mit der Arbeitswelt – früher vielleicht noch funktioniert haben. Natürlich gibt es nicht nur positive Züge, aber manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass diese Generation so schonungslos „Ich“-bezogen ist (einer der negativen Vorwürfe), dass sie damit implizit mehr für das Gemeinwohl einfordert, als man es erwarten würde. Der Mensch rückt für sie in den Vordergrund und so kommt es zu Effekten, die die traditionelle Marktwirtschaft (im Sinne von: jeder versucht seinen Nutzen zu maximieren und maximiert dadurch das Gemeinwohl) eigentlich schon immer fördern sollte.

 

Kann man sagen, dass sich „Start-up: Jetzt!“ an die „Generation Praktikum“ richtet?

Die Zielgruppe schließt wirklich jeden ein, der schon einmal darüber nachgedacht hat, sich selbstständig zu machen. Ob Handwerker, Künstler, Student oder allgemein Arbeitnehmer, egal aus welchem Bereich. Und alle, die ich mit dieser Definition vergessen bzw. ausgeschlossen habe!

 

Thorsten_Reiter_Autorenfoto
Thorsten Reiter (Foto: L. Kehrel)

Womit verdienen Sie – neben dem Schreiben von Startup-Büchern – Ihr Geld?

Hauptsächlich bin ich Wirtschaftswissenschaftler an der Universität St. Gallen und forsche hier im Bereich des strategischen Managements zu Themen über die Firmenzentrale, ihre Geschäftseinheiten und damit zusammenhängende Innovation- bzw. Corporate Entrepreneurship-Tätigkeiten. Nebenher biete ich zu ausgewählten Themen Vorträge und auch Beratung an.

 

Wie würden Sie die Startup-Szene kurz und prägnant beschreiben?

Ein absoluter Hype – und trotzdem wichtig!

 

Auf Ihrem Blog habe ich den Satz „Ich stehe für eine neue (Wirtschafts)Kultur in Deutschland und der Welt, die sich entlang nachhaltiger Prinzipien definiert.“ gefunden. Können Sie diese Aussage noch etwas genauer erklären?

Wir haben nur diese eine Erde und sollten mit ihr wesentlich verantwortungsvoller umgehen, als es im Moment der Fall ist. Die Wirtschaft und alle, die an ihr beteiligt sind (was so gut wie jeder von uns ist), müssen an vorderster Stelle hierzu beitragen. Damit das funktioniert, müssen Firmen diese Aufgabe zu einem Teil ihrer Geschäftsmodells machen. Das ist eigentlich schon alles.

 

Sie haben inzwischen noch ein zweites Buch auf den Markt gebracht: „Revolution dank Innovation“. Können Sie uns abschließend noch einen kleinen inhaltlichen Einblick in Ihr Zweitwerk gewähren?

Hier stehen eben diese etablierten Firmen im Vordergrund, die in Sachen Innovation immer mehr von Startups bedrängt und vom Platz gescheucht werden. Wie sie selbst innovativ und damit relevant bleiben, erkläre ich in diesem Buch.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

Immer gern!

 

Wenn Sie noch mehr über Thorsten Reiter und seine Arbeit erfahren wollen, können Sie seinen Blog “Generation: That’s Y!” besuchen.