Venture Capital: Der Weg der Finanzierung

Venture Capital

Als Gründer eines Startups ist es nicht immer einfach, die passende Finanzierungsform für das Vorhaben zu finden. Die Auswahl ist groß: Bootstrapping, Crowdfunding, Kredite oder Darlehen sind nur einige der Möglichkeiten und jede einzelne hält wiederum verschiedene Vor- und Nachteile bereit. Unsere ausführliche Artikelserie zur Startup-Finanzierung hat sich mit diesem Thema bereits ausführlich auseinandergesetzt. Eine derzeit sehr beliebte Finanzierungsform ist das sogenannte Venture Capital. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Begriff? Wie funktioniert das Venture Capital und wie sieht der Weg des Geldes bei dieser Art der Finanzierung aus?

Wie funktioniert das Venture Capital?

Bei der Finanzierungsform Venture Capital geben die Investoren dem Startup ihre Gelder im Tausch gegen Firmenanteile, es handelt sich somit um eine Unterform des Private Equity, bei welchem die Venture Capital Fonds zwar zum Miteigentümer werden, nicht aber die Mehrheitsbeteiligung anstreben. Um an diese Gelder zu gelangen, müssen die Startups aber verschiedene Finanzierungsrunden durchlaufen. In jeder dieser Runden prüfen die Venture-Capital-Geber, inwiefern das Startup neue Gelder erhält und in welcher Höhe. Diese Art der Finanzierung wird deshalb auch Serien-Finanzierung genannt. Die einzelnen Serien gehen dabei meist von der Serie A bis C, können aber auch bis D oder weiter reichen. In jeder dieser Serien muss das Startup unter Beweis stellen, dass

  • seine Geschäftsidee weiterhin Potenzial und gute Erfolgsaussichten mitbringt,
  • ein Proof of Concept, also ein Machbarkeitsbeweis, vorliegt und
  • in der vorherigen Serie ein Wachstum stattgefunden hat.

Laut dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften wurden im Jahr 2014 ganz 646 Millionen Euro als Venture Capital in Startups investiert, davon 0,4 Prozent in der Seed Phase, fünf Prozent in die Startup-Finanzierung und 3,7 Prozent in die Expansion.

Vor dem Venture Capital: Was bedeuten eigentlich Seed Funding und Angel Funding?

Das Angel Funding findet durch sogenannte Business Angels statt, welche Startups in der Early Stage fördern. Diese müssen bereits (zumindest teilweise) einen funktionsfähigen Businessplan besitzen und vor allem ein verkaufsfähiges Produkt vorweisen können. Dieses befindet sich bestenfalls bereits im Verkauf mit erfolgversprechenden Zahlen. Dann stehen die Chancen gut, dass die Business Angels, also Investoren, das Startup durch das sogenannte Angel Funding unterstützen. Das Seed-Funding hingegen, greift bereits eine Stufe zuvor, in der sogenannten Vor-Gründungsphase. Die Business Angels investieren dann in ein Startup, welches bislang lediglich aus einer guten Idee und einem kompetenten Team besteht. Es soll daher als Fundament für die Weiterentwicklung des Startups dienen. Die anschließende Weiterfinanzierung findet dann durch Venture-Capital-Geber statt. Mehr Informationen zur Arbeit der Business-Angels finden Sie in der Artikelserie „Startup-Finanzierung“.

Was ist die Serie A einer Serien-Finanzierung?

Nun zur Frage, wie die Serien-Finanzierung des Venture Capitals konkret funktioniert. Die Serie A ist die erste Finanzierungsrunde und somit auch das erste Mal, dass die Investoren Firmenanteile des Startups erwerben. Sie bewerten die Unternehmung zu diesem Zeitpunkt anhand folgender Kriterien:

  • Proof of Concept
  • Fortschritte während der Seed-Funding-Phase
  • Qualität des operativen Teams
  • Marktvolumen
  • Risikowahrscheinlichkeit

Die Serie-A-Finanzierung findet somit nach der Finanzierung durch die Business Angels statt, wenn das Startup bereits Einnahmen verzeichnen kann. Gleichzeitig ist aber auch die Risikowahrscheinlichkeit zu diesem Zeitpunkt des Venture Capitals noch am höchsten. Die Finanzierung dient dann vorrangig der Sicherung des Gehaltes der Angestellten, weiterführenden Marktanalysen und der finalen Fertigstellung des Produktes oder der Dienstleistung für eine baldige Markteinführung.

Endlich Gewinn in Serie B

In der Serie B des Venture Capitals befindet sich das Produkt des Startups bereits auf dem Markt und soll nun endlich Nettogewinn einbringen. Um dies zu erlangen, stehen die Steigerung der Produktivität und die Erhöhung des Marktanteils im Fokus. Aufgrund der gesunkenen Risikowahrscheinlichkeit, ist die Investition entsprechend höher als noch in der Serie A. Die Bewertung der Startups findet anhand folgender Kriterien statt:

  • Erzielte Leistungen des Startups im Konkurrenzvergleich
  • zu erwartende Einnahmen
  • Alleinstellungsmerkmale, wie geistiges Eigentum etc.

Gibt es noch eine Serie C?

Wie gesagt, haben die Serien dieser Finanzierungsart an sich keinen festgelegten Endpunkt. Die Serie C allerdings, erreichen bereits deutlich weniger Startups als noch die Serie A. Die Venture-Capital-Geber gehen nur dann in diese Finanzierungsrunde, wenn das Startup genügend Mut und Motivation bewiesen hat, um langfristig Erfolg im jeweiligen Markt zu haben. In dieser dritten Runde sollen noch mehr Marktanteile für das Startup gewonnen werden, die Einnahmen werden gesteigert und die Produkte oder Dienstleistungen weiterentwickelt. Eine Serie C kann auch dann stattfinden, wenn Firmenübernahmen geplant sind. Es stellt die (meist) letzte Runde im Wachstum eines Startups dar, die Folge ist nicht selten ein Börsengang.

Venture Capital

Die Bewertung an diesem kritischen Punkt findet auf Grundlage von faktualen Daten statt. Diese Finanzierungsrunde wird oftmals auch als Exit-Strategie von Venture-Capital-Gebern genutzt.

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