Was macht aus einem Unternehmen ein Startup?

Im Blog von getLaunched berichten wir regelmäßig über verschiedene Themen aus der Welt der Startups. Dabei verwenden wir den Begriff genauso selbstverständlich wie alle anderen, die sich mit dem Bereich des Entrepreneurships auseinandersetzen. Doch was sind Startups eigentlich? Gibt es eine Definition für diese besonders Unternehmensform? Handelt es sich überhaupt um eine besondere Unternehmensform? Und bleibt ein Startup ein „Leben lang“ Startup? Fragen über Fragen, die wir Ihnen gern in diesem Blogbeitrag beantworten wollen.

 

Die Frühphase der Unternehmensgründung

Im Englischen wird der Begriff Startup schon sehr lang verwendet, um Unternehmen zu beschreiben, die sich in der ersten Phase ihrer Gründung befinden – also gerade erst gestartet sind. Auch hierzulande wird das Wort in der Regel verwendet, wenn es um junge Firmen geht, die häufig auch von jungen Menschen geführt wird.

 

Doch ist jedes neu gegründete Unternehmen automatisch ein Startup? Denkt man an frisch eröffnete Bäckereien, eine junge Steuerkanzlei oder den neuen Friseurladen um die Ecke, kann diese Frage definitiv mit „Nein“ beantwortet werden. Die Frühphase der Unternehmensgründung allein macht noch kein Startup im eigentlichen Sinne aus, ist aber dennoch wichtig, wenn es um die Definition von Startups geht.

 

The next big thing

Schaut man sich in der Startup-Szene um, wird schnell klar, dass es sich hierbei um eine Welt des Fortschritts und der Innovation handelt. Startup-Gründer sind permanent auf der Suche nach „the next big thing“ und opfern hierfür sehr viel Zeit, Geld und Hirnschmalz.

 

Ein Startup, das auf dem Markt erfolgreich sein will, stillt ein ganz bestimmtes Bedürfnis oder löst ein ganz spezielles Problem – von dem die Menschen oftmals nicht einmal wussten, dass sie es haben. Dabei gehen klassische Startups häufig Wege abseits des Konventionellen und verstehen es, zu überraschen. Neue Geschäftsideen und der Mut zur Andersartigkeit unterscheiden Startups von klassischen Handwerks- und freien Berufen. Diese bedienen meist ein tradiertes und vielfach erprobtes Geschäftsmodell, bei dem innovative Ideen nur wenig Platz haben.

 

Mit anderen Worten: Startups heben sich meist stark von der breiten Masse ab – und zwar in nahezu allen Bereichen:

  • Produkt-Development
  • Marketing
  • Kommunikation
  • Entwicklung
  • Vertrieb

 

Ein großes Wachstums-Potential

Während viele klassische Unternehmen gegründet werden und sich danach nur schleppend weiterentwickeln, kann das Wachstum von Startups als explosionsartig bezeichnet werden. Auch diese Eigenschaft ist wichtig, wenn wir wissen wollen, was ein Startup von einer normalen Firma unterscheidet.

 

Startups, die es geschafft haben, eine neue Nische zu finden und diese zu besetzen, erfahren häufig viel Zuspruch. Potentielle, zahlfreudige Kunden entdecken das Startup für sich und unterstützen es. Vor allem die sogenannten grünen Startups dürfen sich über viele Sympathien und die damit einhergehende Unterstützung von außen freuen. Unterstützung ist auch sehr wichtig, denn viele Startups gründen mit wenig Startkapital. Um dieses möglichst schnell zu vermehren, ist Wachstum ein absolutes Muss.

 

Exkurs: Was ist Growth Hacking?

Wenn es um das Wachstum von Startups geht, wird immer auch über das sogenannte Growth Hacking gesprochen. Hierbei handelt es sich um verschiedene Marketing-Methoden zur Förderung der Bekanntheit. Klassisches Grwth Hacking zeichnet sich durch Kreativität, analytisches Denken und den Einsatz von social media-Kanälen aus. Auch Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing sind wichtige Bestandteile des Growth Hackings. Im besten Fall werden alle Komponenten so vereint, dass eine stimmige Gesamtheit entsteht.

 

Das Wachstum von Startups ist häufig sehr viel schneller und sprunghafter als das von traditionellen Firmen. Gleichzeitig ist aber auch festzuhalten, dass die Schnelllebigkeit der Startup-Welt bedeutet, dass nicht jede Geschäftsidee auch langfristig erfolgreich ist. Erfolg und Misserfolg liegen bei Startups häufig sehr nah beieinander. Einer der Gründe hierfür ist, dass viele Startup-Unternehmen völlig neue Märkte erschließen. Um erfolgreich zu sein, benötigen sie ein skalierbares Geschäftsmodell – und dieses zu finden, ist oft gar nicht so leicht.

 

Definition Startup

 

Die drei Eigenschaften von Startups im Überblick

Fassen wir also noch einmal zusammen. Typische Startups zeichnen sich vor allem durch die folgenden drei Charakteristika aus:

  • Unternehmen in der frühen Gründungsphase
  • Innovation und Problemlösung
  • hohes Wachstumspotential

 

Die drei Punkte machen deutlich, dass es Startups in gewissen Feldern leichter haben als in anderen. Besonders viele Startup-Unternehmen finden sich daher in den Bereichen:

  • FinTech
  • eCommerce
  • Kommunikationstechnologie

 

Der gleiche Gründungsprozess

Auch wenn sich Startups in vielen Punkten wesentlich von herkömmlichen Unternehmen unterscheiden, kann doch gesagt werden, dass der Gründungsprozess im Wesentlichen der gleiche ist.

 

Auch als Startup-Gründer müssen Sie sich auf verschiedene (bürokratische) Hürden einstellen und diese meisten. So benötigen auch Startup-Unternehmen

  • einen Businessplan
  • ein (skalierbares) Geschäftsmodell
  • eine Finanzierung (und vielleicht einen Investor)

 

Auch andere Prozesse wie die Eintragung ins Handelsregister, die Beantragung eines Gründerzuschusses und die Kommunikation mit dem Finanzamt finden unabhängig davon statt, ob Ihr Unternehmen ein Startup ist oder nicht.

 

Einmal Startup, immer Startup?

Diese Frage kann nur schwer beantwortet werden. Wurde ein Unternehmen erst einmal als Startup bezeichnet, haftet dieser Titel meist lange Zeit an – was auch keinesfalls schlimm ist, schließlich genießt der Begriff Startup einen ausgezeichneten Ruf in der Gründerszene.

 

Wenn man so will, wird dennoch jedes Startup früher oder später zu einer herkömmlichen Firma – nämlich dann, wenn das Wachstums-Maximum (vorerst) erreicht wurde und sich das Unternehmen nicht mehr in der Frühphase der Gründung befindet. Doch auch, wenn sich Firmen fest am Markt etabliert haben, werden sie immer noch gern als Startup bezeichnet und als positive Beispiele für diese spezielle Gründungsform aufgeführt.

 

Der inflationäre Gebrauch des Wortes „Startup“

Eines ist zweifelsfrei klar: In der jetzigen Zeit wird ein Unternehmen gern vorschnell als Startup bezeichnet – immerhin klingt dieser Titel frisch, jung und erfolgversprechend. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass die Startup-Szene noch immer regelrecht gehyped wird. Jeder will mit seinem Unternehmen dazugehören und nimmt es deswegen auch nicht allzu eng mit der Definition von Startups. Das Ergebnis ist ein inflationärer Gebrauch des Wortes und – damit einhergehend – eine Übersättigung des Themas, die sich vor allem in der medialen Welt bemerkbar macht.

 

Dennoch ist auch festzuhalten, dass es noch immer Luft nach oben gibt. Täglich betreten neue Startups die Bühne, die es schaffen, eine neue Nische zu besetzen. Erfolgsgeschichten dieser Art machen deutlich, dass die Ära der Startups noch längst nicht vorbei ist. Stattdessen dürfen wir uns auf weitere innovative und überraschende Geschäftsideen und unkonventionelle Businessmodelle freuen.

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